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Dienstag, Februar 26, 2008

Florian im Gespräch mit Foerderland.de

FON Hallo FONeras und FONeros,

Zitat Forster: "Die Community selbst ist das Netz!"

FON, die mit Abstand und mit weit über 700.000 Mitgliedern weltweit größte WLAN - Community wird immer bekannter und ist bereits in vieler Munde. Florian Forster, Pressechef von FON:Germany, hier im on-line Interview mit: http://www.foerderland.de.

Hier das vollständige, ungekürzte Interview im Wortlaut:

förderland: Herr Forster, FON hat eine kräftige Finanzspritze von Skype, Google und weiteren Venture Capital-Investoren bekommen. Wie sieht es denn heute aus: Hat FON den Break-Even-Point mittlerweile erreicht?

Florian Forster: FON hat einige sehr bekannte und renommierte Partner an Bord. Das Geld, das in der FON Idee steckt, ist langfristig angelegt und dabei nicht auf kurzfristige Gewinnmaximierung aus - schließlich sind unser Kapital unsere Mitglieder und nicht die Größe unser Bankkonten.

Die Idee hinter FON ist einfach aber auch sehr revolutionär. Breitbandkunden können einen Teil ihres Anschlusses der FON Community zur Verfügung stellen und dafür bei allen anderen Mitgliedern gratis online gehen. Dazu bedarf es nicht nur einer aufwändigen technischen Plattform und jeder Menge Know-how um dies weltweit zu ermöglichen, sondern vor allem auch einer großen Community von Mitgliedern, die das untereinander ermöglichen. So ist FON als Firma im Vergleich zu anderen Hotspot-Firmen extrem schlank aufgestellt und wir arbeiten eng mit unserer Community zusammen - denn ohne die vielen Programmierer, Bastler und Weltverbesserer wäre FON niemals so groß geworden, wie wir es heute sind!

förderland: Neben FON tummeln sich noch weitere WiFi-Communitys, wie Freifunk oder die Mitsurfzentrale auf dem Markt - sehen Sie in diesen Anbietern eine ernstzunehmende Konkurrenz?

Forster: Wir von FON wollen, dass Nutzer nicht nur zuhause, sondern möglichst überall ins Internet gehen können, ohne dafür noch einmal zum Teil horrende Gebühren bezahlen zu müssen. Grundsätzlich begrüßen wir jede Initiative, die ähnliche Ziele hat und arbeiten auch schon eng mit einigen Anbietern von WLAN- Netzen zusammen (zum Beispiel die jüngste Kooperation mit Livedoor in Tokio). Ansonsten setzt sich FON durch einen wichtigen Punkt klar von anderen Modellen ab: Die Community selbst ist das Netz, auf dem gesurft wird und dieser weltweite Service hat mittlerweile schon über 250.000 Hotspots. An jedem einzelnen FON Hotspot kann jeder Fonero kostenlos online gehen. FON ist dabei nur der Koordinator des Ganzen - dass die FON Technologie dabei führend in diesem Bereich ist hat sicherlich zu unserer Verbreitung beigetragen.

Mit unserem FON WLAN Router, der La Fonera, kann jeder Besitzer eines Breitbandanschlüssen (DSL, Kabel, oder andere) auf der ganzen Welt der FON Community beitreten und selbst ein Teil der WiFi Revolution werden. FON ist damit die erste Idee, die den Web 2.0-Gedanken aus dem Netz in das wirkliche Leben transferiert hat.

förderland: FONs Ziel ist es die FON-Netzwerke als Standard für öffentliches WiFi zu etablieren. Was tun Sie dafür, dass irgendwann jeder WiFi-Nutzer FON kennt und nutzt?

Forster: WLAN ist DER weltweite Standard zur drahtlosen, breitbandigen Daten-Übertragung. Dabei ist es dem Nutzer eigentlich egal, wie er online geht. Was ihn aber sehr wohl interessiert ist, wie schnell und einfach es geht und was es kostet. Mit unseren einheitlichen Login, unseren Verbindungs-Managern für mobile Endgeräte - wie dem iphone und der garantiert kostenlosen Nutzung für alle FON Mitglieder - haben wir einen Großteil der komplizierten Barrieren abgebaut - und so überall auf der Welt großen Zuspruch gefunden.

Dabei steht tatsächlich die Einfachheit des Konzeptes im Vordergrund: Jedes Mitglied stellt zuhause einen Teil der Bandbreite zur Verfügung und im Gegenzug darf man weltweit gratis an allen FON Spots surfen. Wir sind mit unseren Möglichkeiten noch lange nicht am Ende und hoffen auch in Zukunft weiter so eng mit unserer Community zusammenzuarbeiten.
förderland: Wie sieht es mit der Sicherheit für die FON-Nutzer aus: Was passiert, wenn ein "Alien" über einen Hotspot illegale Aktivitäten ausübt. Bleiben die Verantwortung und die Haftung für eventuelle Verstöße dann nicht beim Anbieter des Hotspots hängen?

Forster: Da brauchen sich unsere Foneros keine Sorgen machen, denn wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen und stellen sicher, dass das FON System die Gäste gut genug identifiziert, um etwaigen Missbrauch verfolgen zu können. Dabei erfüllen wir mehr als nur die rechtlichen Mindestanforderungen. Zum Internet erhält man nur dann Zugang, wenn man sich bei FON einen Router bestellt hat oder sich über Kreditkarte, PayPal oder Handy ein Ticket kauft. Aber wir wollen auch ganz deutlich hervorheben, dass Missbrauch ein eher theoretisches Phänomen ist - in der Praxis kommt das bisher überhaupt nicht vor.

förderland: Haben die Internetanbieter nichts dagegen, dass ihr Netz plötzlich für alle FON-Mitglieder geöffnet werden soll? Schließlich könnten ihnen dadurch Kunden verloren gehen.

Forster:
Ein klares Nein; es ist das genaue Gegenteil! Viele Internetanbieter auf der ganzen Welt, allem voran die British Telecom (Großbritannien) und Neuf Cegetel (Frankreich) haben das Potential von FON erkannt und nutzen es aktiv für sich. Beide haben die FON Software auf den Internet-Boxen Ihrer Kunden installiert.

Warum das so ist? Nur derjenige kann gratis ins Netz, der selbst auch einen Anschluss hat und diesen teilt. So fördert FON aktiv die Verbreitung von Breitbandanschlüssen. Darüber hinaus ist FON eine logische und natürliche Erweiterung des Breitbandanschlusses. Denn jedes FON Mitglied, dass seinen Anschluss auch mit der Community teilt, kann seine Dienste sowohl von zuhause als auch unterwegs an allen FON Spots weiter nutzen - ohne zusätzliche dafür zu zahlen. Das haben international auch bereits einige weitere Anbieter erkannt und arbeiten eng mit FON zusammen; in Deutschland stehen wir noch in Gesprächen und Verhandlungen, hoffen diese aber bald erfolgreich abschließen zu können.

förderland: Vielen Dank für das Gespräch.

© 2008 förderland

Geschrieben von Peter on Business | Comments (0)

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