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Donnerstag, März 12, 2009

Mobiles Internet - WLAN und UMTS im Vergleich

Zweimal vier Buchstaben, jeweils ein Ziel: Kabellos ins Netz. Per UMTS. Oder per WLAN. Aber: Was heißt was, und was taugt für wen?

Grundsätzlich handelt es sich um zwei ganz verschiedene Techniken: UMTS („Universal Mobile Telecommication System“) ist ein Weg, um drahtlos direkt ins Internet zu gelangen. WLAN ist ein Weg, um auf den letzten Metern drahtlos ins Internet zu gelangen. Es ist also von einem Festnetzanschluss abhängig.

UMTS

Über 16 Milliarden D-Mark blätterten Mobilfunkbetreiber wie die Telekom im Sommer 2000 für die frisch ersteigerten UMTS-Lizenzen auf den Tisch der Bundesregierung, in etwa das Siebenfache des Konzernüberschusses vom Vorjahr. Das zeigt die Fantasie, die diese vier Buchstaben beflügelte. UMTS sollte alles schlagen, auch die damals im Aufbau begriffene DSL-Technologie.

Heute, neun Jahre später, sind wir fast da, wo Ron Sommer und Co. sich hingeträumt haben: Internet überall, sogar im Schwimmbad, mit einer Technik, die auch für Laien benutzbar ist, ein Tempo, mit dem man Filme runterladen kann. Und: Die Technik ist endlich auch für die meisten erschwinglich geworden.

Die Technik: UMTS ist nichts anderes als ein Handynetz mit Datenturbo - Mobilfunk der 3. Generation. Die UMTS-Karte sieht auch nicht anders aus als die SIM-Karte fürs Handy. Sie wird in einen Daumen-großes Funkgerät eingelegt, dieser Surf-Stick kommt in die UMTS-Buchse des Notebooks – los geht’s. Die Geschwindigkeiten liegen im Normalfall bei 3,6 oder sogar 7,2 Mbit/s – Letzteres ist (zumindest theoretisch) das 56-fache der Geschwindigkeit einer gebündelten (!) ISDN-Leitung.

Theoretisch – denn auch heute noch stellt sich die Frage nach der Netzabdeckung. „In allen Ballungsräumen“ heißt es bei den Anbietern, darüber hinaus werden die Infos dürftig. In vielen Ländlichen Gebieten ist die Versorgung eher mau. Und: Ein UMTS-Netz ist wie ein Handynetz in Zellen aufgeteilt, und alle Teilnehmer in einer Zelle teilen sich die gesamt verbügbare Datengeschwindigkeit.

Und wo es kein UMTS-Netz gibt? Da liefern die Mobilfunkanbieter immer noch eine Verbindung im Tempo des Handynetzes (56kBit/s), so dass unterwegs noch die Mails gelesen werden können.

Und was kostet der Spaß? Preise für Internet-Zugang per UMTS – oft angeboten im Paket mit dem genannten Surf-Stick - gibt es gestaffelt nach Zeitdauer oder Datenvolumen, eine Flatrate ist schon ab 25 Euro im Monat zu bekommen (siehe www.surf-stick.net).

Übrigens wäre ein ganzer Geschäftszweig heute so nicht vorstellbar ohne UMTS: Apples iPhone, Blackberry und Co. - die Ikonen der heutigen Business-Großstadtszene - leben von der drahtlosen Datenautobahn, das Internet in der Hosentasche, das gibt’s nur mit UMTS.

WLAN

Da bedeutet „Wireless Local Area Network“ (drahtloses lokales Netzwerk), und das sagt schon das meiste: Man braucht zunächst einen lokalen Hochgeschwindigkeits-Festnetzanschluss, gemeint ist DSL. Dort kommt das Internet an. (Achtung: Auch DSL ist in Deutschland noch nicht flächendeckend verfügbar.)

Über einen Splitter wird das Datensignal vom Telefonsignal getrennt und gelangt zum Verteiler (Router). Der gibt es an einen oder mehrere Rechner weiter – per Kabel (LAN) oder kabellos (WLAN).

Moderne WLAN-Router können Datenströme von 54 (g-Klasse) oder sogar 589 Mbit/s (n-Klasse) funken. So viel kommt zwar am DSL-Anschluss kaum an (zur Zeit ist bei allerhöchstens 100 Mbit/s Schluss). Aber die angeschlossenen Rechner im Netz müssen sich diesen Datenstrom teilen. Dafür können sie aber auch – untereinander kommunizieren, zum Beispiel Daten und Geräte wie Drucker gemeinsam benutzen, die richtige Netzwerk-Einstellung vorausgesetzt.

Ein WLAN-Funknetz hat Grenzen. Mit 30 bis 100 Meter geben Hersteller die Reichweite an (am stärksten ist der neue n-Standard). Aber das ist alles Theorie und hängt stark von den baulichen Gegebenheiten ab. Und herrscht dann Funkstille am Arbeitsplatz, bleibt nichts anderes übrig, als das Netz mit so genannten Repeatern (die das Funksignal weiterreichen) oder dem Einsatz von dLAN-Transpondern (hier wird das Funksignal über das Stromnetz ein Stück durchs Haus geführt) zu vergrößern.

Wer braucht nun UMTS, und wer WLAN?

Wer das Internet mitnehmen will, überall surfen und Mails abrufen, der kommt um UMTS nicht herum. Besonders dann, wenn er vielleicht gar kein Festnetz-Telefon mehr hat. Eine UMTS-Flatrate für reinen Datenbetrieb gibt es ab 25 Euro, zusammen mit einer Handy-Flatrate kommen rund 40 Euro monatlich zusammen. Etwa so viel kostet auch ein DSL-Anschluss. Und den nötigen USB-Stift gibt es oft schon gratis zum Vertrag.

Wer das Internet vor allem zu Hause braucht, hier aber Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer angeschlossen haben will, der braucht WLAN – ein Internet für alle. Und mit der Flatrate lassen sich nicht nur alle Rechner des Hauses versorgen, auch die Telefongebühr ist schon mit drin (bis auf das Handy). Außerdem: Wer regelmäßig Fernsehfilme per Internet beziehen will, braucht ohnehin DSL.

Geschrieben von Gordon on Business | Comments (2)

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Kommentare


Du schreibst "Wer das Internet mitnehmen will, überall surfen und Mails abrufen, der kommt um UMTS nicht herum".

Wo sieht FON denn seinen Platz in Zeiten, in denen ein Tag mit UMTS schon ab 2,50 EUR zu haben ist?

Obwohl die Frage im letzten Jahr schon mehrmals aufgetaucht ist, herrscht hier großes Schweigen bei FON. Warum?

1 | Sent by: olebole – Mittwoch, April 29, 2009 (22:11)

Das große Problem, was ich in den Jahren erwarte ist, dass die Netze durch die ganzen Datenflatrates (welche ja auch dasselbe Netz nutzen wie Handys) an ihre Grenzen kommen. Und dann nutzt mir auch die schnellste Verbindung nix mehr, wenn sie nicht stabil ist.

2 | Sent by: Sven – Mittwoch, Oktober 28, 2009 (16:36)

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