Sonntag, Mai 6, 2007
FON verabschiedet Microsoft und wendet sich Ubuntu zu
FON verabschiedet Microsoft und wendet sich Ubuntu zu
Hier ein Memo, das von Martin Varsavsky an alle FON Mitarbeiter verschickt wurde
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An alle FON-Mitarbeiter,
ab heute wird sich Fon von Microsoft zurückziehen und sich Linux in der Ubuntu Distribution als dem Betriebssystem seiner Wahl zuwenden.
Ich möchte alle Foneros bei uns bitten, zum nächst möglichen Zeitpunkt auf Ubuntu migrieren. Ab nächster Woche wird FON weder weitere Microsoft Lizenzen kaufen, noch irgendwelche Microsoft Dienste oder neue Programme für vorhandene Computer kaufen. Sämtliche Software, die wir bei FON künftig benutzen werden, wird Open Source sein, bis auf das unabdingbare Maß, das es noch nicht im Open Source Format gibt. Für diesen Richtungswechsel bei FON gibt es mehrere Gründe. Der erste und der bei weitem wichtigste Grund ist der der Zeitersparnis. Ich habe Ubuntu und den Mac nun seit über einem Monat getestet. Während ich Gefallen an dem MAC fand, erschien mir Ubuntu mehr und mehr nützlich, um damit zu arbeiten. Ubuntu hat das „look and feel“ von Microsoft. Es kommt jedoch wie ein schneller arbeitendes Microsoft Progamm daher, welches zudem rasch startet und sich rasch beenden läßt. Bei Ubuntu können Programme rasch installiert werden. Ferner fehlt die bei Microsoft bekannte Atmosphäre der Paranoia; des weiteren ist Ubuntu wirklich leicht zu erlernen und zu benutzen. Mit Ubuntu auf dem Rechner kann ich diesen vergessen und mich voll auf meine Arbeit konzentrieren. Das war bei Windows nicht der Fall, denn es erinnerte mich allzu oft durch Crashes und Verzögerungen an seine Existenz. Der zweite Grund für die Umstellung sind finanzielle Ersparnisgründe. Denn Ubuntu und die darauf ablaufende Software ist kostenfrei. Wir sparen hierdurch jedoch nicht nur eine Menge Geld bei der Software, nein, wir sparen letztlich auch Geld beim Kauf von Ersatzcomputern und zwar dadurch, daß Ubuntu auf einem 2 Jahre älteren Computer schneller läuft, als Vista auf einem aktuellen state-of-the-art Computer. Und als Letztes ist FON eine Open Source Unternehmung und unsere Software entstammt einem Open Source Project, genannt www.openwrt.org. Wir sollten auch andere Open Source Projekte und Unternehmen unterstützen.
Deswegen bitte ich als Erstes diejenigen, die heute noch Windows benutzen, in den nächsten Wochen auf Ubuntu umzustellen. Das ist sehr leicht zu bewerkstelligen. Einfach Ubuntu kostenlos downloaden, eine CD brennen und die CD laufen lassen. Wer in Sorge ist, durch den Installationsvorgang Daten zu verlieren, sollte diese vor Beginn, wie üblich, sichern. Danach wird er allerdings feststellen, daß Windows dadurch nicht gelöscht wurde, sondern, daß die Festplatte durch Partitionierung in 2 Bereiche aufgeteilt wurde; einen für Windows und einen für Ubuntu. Von Ubuntu aus kann man sogar nach wie vor auf die Windows Files zugreifen. Man kann selbst entscheiden, wie viel Festplattenspeicherplatz man dem einen oder dem anderen Betriebssystem zur Verfügung stellen will. Deshalb ist der Übergang auf Ubuntu relativ schmerzlos. Man kann auch, ab und zu, wieder auf Windows zurückgreifen, wenn es dort etwas geben sollte, das Ubuntu noch nicht leisten kann. Um erneut auf Windows zugreifen zu können, schaltet man seinen Laptop einfach kurz mal aus und wählt beim rebooten „Windows“ als Betriebssystem aus. In der ersten Zeit meiner Nutzung von Ubuntu, habe ich das relativ häufig getan. Jetzt mache ich das nur noch selten. In einem meiner Laptops habe ich Windows sogar vollständig gelöscht und benutze dort nur noch Ubuntu.
Wenn man einmal auf Ubuntu eingeschworen ist, so wird man rasch feststellen, daß es sehr viele kostenfreie Programme gibt, die downgeloadet und installiert werden können: man findet bereits Skype, IM, Google Talk. Word, Excel und Power Point harmonieren perfekt mit OpenOffice. Ubuntu wird zusammen mit Firefox und nicht mit dem Internet Explorer ausgeliefert. Das ist großartig, denn man kann die benötigten Firefox Extensions zufügen. Eine davon, die man downloaden sollte, ist beispielsweise Gspace , mit dem man alle wichtigen Files und Daten online sichern kann. Gspace lagert alle Dokumente, Bilder usw. in einem Gmail Konto aus, von wo aus sie einfach wieder hergeholt werden können.
Während unser Hauptziel bei den Veränderungen unser EDV-Richtlinien ist, die Langsamkeit und die Probleme einer Microsoft Umgebung zu vermeiden, so gibt es jedoch auch ein zweites Ziel all dieser Bemühungen, nämlich all unsere Arbeit on-line auszulagern, um dadurch ein weiteres Probemfeld auszuschalten, nämlich die Bindung der Arbeit und der Aufgaben einer Person an einen einzigen Laptop.
Ich würde es begrüßen, wenn wir alle in solchen Arbeitsumgebungen tätig sein könnten, in welchen es möglich wäre, bei Verlust oder Ausfall eines Laptops, aus welchen Gründen auch immer, sofort ohne Datenverlust mit einem anderen Gerät, innerhalb kürzester Zeit, weiterarbeiten zu können. Die Nutzung von Gspace ist einer dieser Schritte in diese Richtung. Andere benutzen Foxmarks um ihre bookmarks zentral abzulegen und benutzen Gmail um ihre Fon email accounts abzurufen. Gmail dient auf diese Weise als backup Medium für alle Fon-mails. Ich wäre auch froh, wenn man bei Fon künftig nur noch IMAP nutzen würde, so daß man auch hier nicht nur auf einen Computer angewiesen ist und bedarfsweise rasch wechseln kann. Zimbra, die webbasierte Mailsoftware, welche wir bei Fon benutzen, ist schon sehr gut und enthält Kalender- und Adressbuchfunktionalitäten. Das gibt es auch bei Gmail, wenn man ein Google Anhänger ist. Wer seine alten mails auf sein Gmail Konto übertragen möchte, der kann dafür, ab sofort, eine von uns dafür eingerichtete, experimentelle Website benutzen, die wir heute freigegeben haben: Gmail Uploader . Diese Software überträgt mbox files in das Gmail Konto. Es handelt sich um ein Tool, das wir anderen zur Nutzung anbieten. Es ist zwar ein langsamer Vorgang, doch letztlich kann man damit seine mails schnell durchsuchbar machen. Gmail wird bald unbegrenzten Speicherplatz aufweisen und da bietet es sich nachgeradezu an, alle seine mails an einem Ort verfügbar zu haben. Wer bisher Microsoft Outlook benutzte, der sollte sich zunächst Thunderbird unter Windows installieren und die so entstehenden Thunderbird mbox files mit dem Gmail Uploader übertragen. Ja, gewiss, ich weiss, daß einige dies jetzt lesen werden, um dann besorgt zu reagieren. Ich weiss wie schwierig ein Wechsel im Allgemeinen ist. Ich habe Microsoft nun über 20 Jahre benutzt und bis zu einem fatalen Crash habe ich auch nicht gewechselt. Auch Linux war nicht immer einfach zu benutzen und die Leute hatten viele Vorurteile gegen Linux. Doch jetzt ist die Zeit für einen Wechsel günstig, da Ubuntu das Linux sehr vereinfacht hat und weil Microsoft das Vista so kompliziert und das upgrade so teuer gemacht hat. Wenn jemand dabei Hilfe benötigen sollte, bitte den lokal zuständigen, anonymen Microsoft Support kontaktieren :)
Posted on May 4, 200>
Geschrieben von Peter on Technology | Comments (0)
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